Erinnerungsstätte für den dunkelsten Tag Alsdorfs

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Erinnerungsstätte_2Auch wenn er schon 86 Jahre zurückliegt, er schwebt auch heute noch wie ein Trauma über der Stadt Alsdorf, der 21. Oktober 1930. Die Katastrophe einer Schlagwetterexplosion auf Anna II raubte 271 Bergleuten das Leben, 300 erlitten Verletzungen. Das umstürzende Fördergerüst des  Eduardschachts zertrümmerte große Teile des Kauengebäudes mit Bürotrakt, und erschlug dabei unter anderem den Betriebsführer Übertage August Kleine, der dort sein Büro hatte.

Nur 30 Meter vom Unglücksschacht entfernt, in der ehemaligen Schwarzkaue, hat nun der Förderverein des ENERGETICON eine Erinnerungsstätte für dieses dramatische Ereignis Alsdorfer Stadtgeschichte aber auch allgemeiner Bergbaugeschichte errichtet. Die zweiteilige Installation besteht einerseits aus einer Gedenktafel mit den Namen der damals Verstorbenen und andererseits aus einem Großmosaik des seinerzeit renommierten Künstlers Wilhelm Geißler aus Köln. Geißler schuf dieses beeindruckende Untertagemotiv 1934. Das Werk hat im ENERGETICON nun seinen endgültigen Bestimmungsort erreicht, nachdem es über Jahrzehnte in den Gymnasien der Stadt Alsdorf (Gymnasium Brotfabrik, Neues Gymnasum Ofden) installiert war. Anstelle eines weiteren Umzugs in das künftige Gymnasium am Annapark, fand das Kunstwerk nun den Weg an den Ort der Katastrophe.

 

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Fördervereinsvorsitzender Alfred Sonders bedankte sich bei Ideengeber Hans Vorpeil, der von Lokalhistoriker Rudolf Bast und der Medienagentur Pixelcowboys unterstützt wurde. Sein Dank galt auch den Sponsoren RWE-Innogy, GSG GS, Sparkasse Aachen und den ausführenden Firmen. Der Knappenchor des Bergbaumuseumsvereins gab der Einweihungsfeier mit Gesangsbeiträgen den festlichen Rahmen.

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Mosaik und Gedenktafel sind nun Teil des ENERGETICON-Ausstellungsparcours und können von Besuchern insbesondere im Rahmen der monatlichen Steigerführungen besichtigt werden.  Der unmittelbar benachbarte Raum „Bilder der Arbeit“ zeigt zudem Bilder vom Unfallort und der Bestattung der Opfer. Ein Grund mehr das Alsdorfer Energie-Erlebnismuseum an der Konrad-Adenauer-Allee zu besichtigen. ENERGETICON Geschäftsführer Harald Richter begrüßte die Einrichtung dieser neuen Ausstellungsattraktion :  „Der Unfallschacht liegt mitten im ENERGETICON. Wir haben daher einen besonderem Bezug zu dieser Tragödie und daher auch eine besondere Verpflichtung, diese in Erinnerung zu halten.“