Das Netzwerk erzählte Geschichte ist gestartet!

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Netzwerk erzählte Geschichte_2- Erste Veranstaltung der neuen Reihe war ein voller Erfolg - 

Das ENERGETICON will Brücken bauen zwischen den Generationen, die die Bergbauzeit im Aachener Revier noch erlebt und aktiv gestaltet haben und den neuen Generationen, für die diese Kohlezeit nur Geschichte ist. Heimatkunde im besten Sinne, lebendiger Geschichtsunterricht an einem außerschulischen Lernort. Das ENERGETICON initiierte für diesen Dialog der Generationen das „Netzwerk erzählte Geschichte“ mit den Netzwerkpartnern Bergbaumuseumsverein Grube Anna, Alsdorfer Geschichtsverein und dem Pro ENERGETICON-Förderverein.

Die Idee: Anders als in den traditionellen Erzählcafes, in denen ältere Menschen beieinander sitzen und sich von „alten Zeiten“ erzählen, stellen   Junge Menschen Fragen an Zeitzeugen, die den jungen Menschen „von früher“ berichten. Erlebtes, authentisch vermitteltes Geschichtswissen.

Die Auftaktveranstaltung des „Netzwerks erzählte Geschichte“ war ein voller Erfolg. Fünfzehn Schülerinnen und Schüler der 10. Jahrgangsstufe des Alsdorfer Dalton-Gymnasiums trafen sich im Panoramaraum des ENERGETICON mit den Zeitzeugen Rudolf Bast (Geschichtsverein), Erwin Dreschers (ENERGETICON), Fritz Ebbert (Bergbaumuseumsverein Grube Anna) und Dieter Macko (Pro ENERGETICON e.V.). Die Gymnasiasten hatten im Unterricht mit Lehrerin Jasmin Engel über 20 Fragen vorbereitet, die sich mit einer breiten Palette um das Arbeits- und Privatleben der Kohlegenerationen drehten.

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Mit einer kleinen Reihe historischer Bilder aus der Bergbauzeit des heutigen Standortes des Kultur- und Bildungszentrums, zu dem auch das Gymnasium gehört, eröffnete die leitenden Museumspädagogin des ENERGETICON, Brigitte Richter das Treffen der Generationen. Von ihr sympathisch moderiert erfuhren die jungen Menschen in den folgenden zwei Stunden viel über die Ausbildungs- und Lebensläufe junger Bergleute, über die Ängste der Frauen wegen des gefährlichen Berufs der Kumpel, über Kameradschaft und Zusammenhalt unter Tage, über Einkommen und Tagesabläufe der Bergleute oder über die Bedeutung der Kohle für den Wiederaufbau des zerstörten Deutschland nach dem 2. Weltkrieg. Auch zu Fragen wie die Integration ausländischer Arbeitskräfte, das nackte Miteinander in der Waschklaue oder über gesundheitliche Schädigungen der Schwerstarbeit unter und über Tage blieben die Senioren-Zeitzeugen keine Antwort schuldig.

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Den Gymnasiasten hatte die erste Netzwerk-Veranstaltung sehr gut gefallen wie von ihnen zu erfahren war, so spannend und lebendig kann Geschichtsunterricht sein. Und die Netzwerkpartner waren sich nach dieser ersten sehr positiven Erfahrung sicher:  Die Reihe Netzwerk erzählte Geschichte wird fortgesetzt mit immer wieder anderen Schülern von immer wieder anderen Schulen mit immer wieder anderen Zeitzeugen. Das ENERGETICON und seine Netzwerkpartner werden weiter an der Generationenbrücke bauen.

Museumspädagogin Richter wird interessierten Schulen in Kürze einen „Themenpool“ anbieten, aus dem sich die Schulen je nach ihrer Interessenlage Themen für die künftigen  Generationendialoge aussuchen können.